Von der Belastung zur Stressreaktion

Stell Dir vor, in der Schule wird nächste Stunde eine Arbeit geschrieben. Marco ist deswegen total aufgeregt, hat schwitzige Hände und muss dauernd vor Aufregung zur Toilette. Anna dagegen ist die Ruhe selbst. Marco zeigt offensichtlich eine sehr intensive Stressreaktion, Anna eher weniger. Woran liegt es, dass die gleiche Situation bei den beiden so unterschiedliche Reaktionen auslöst? Irgendetwas muss wohl noch zwischen der Belastung und der Reaktion liegen...



Bewertung erfolgt automatisch

Dass die Bewertung einer Situation eine große Rolle spielt, kannst Du bestimmt gut nachvollziehen. Allerdings könntest Du auch einwenden, dass Du Dich ja nicht bei jeder Situation vorher hinsetzt und Dir überlegst, ob Du die Situation für bedrohlich, für herausfordernd oder für wenig bedeutsam hältst. 
In der Tat laufen die beschriebenen Bewertungsprozesse aber in jeder Situation ab, oft ganz ohne unser Wissen! Wenn Du etwas Aufmerksamkeit auf Dich selbst richtest, wirst Du dies selbst feststellen können. Zur Verdeutlichung hier noch ein Beispiel zu automatischen Bewertungsprozessen: Die Zitronenübung.

 

"Knackpunkte":

  1. Es kommt also offenbar darauf an, wie wir eine Belastung selbst einschätzen. Dies geschieht dann aufgrund persönlicher Erfahrungen und aufgrund der Möglichkeiten, die wir uns in der Belastungssituation ausrechnen. Eine Belastungssituation kann zum Beispiel als Bedrohung oder auch als Herausforderung oder gar als vollkommen harmlos gesehen werden. Deshalb ist Stress auch eine ganz individuelle Sache: Jeder hat seine eigenen Stressauslöser!

  2. Ist Dir aufgefallen, dass in der Präsentation am Ende der Begriff der "Stressreaktion" um den Zusatz "positiver und negativer Art" erweitert wird? Warum das so ist, erfährst Du auf den nächsten zwei Seiten.