Was geschieht beim Lernen im Gehirn?

Wer kennt die Situation nicht? Bald steht eine wichtige Prüfung an und man versucht den Stoff aus dem Buch direkt in den Kopf zu übertragen. Lernen, Wiederholen, Vertiefen. Die Frage kommt auf: „Was passiert da in meinem Kopf, wenn ich lerne?“

Synpasen - je größer desto besser?

Rein neurobiologisch betrachtet verfolgt der Prozess des Lernens einen festen Ablauf: Reize und Impulse, ausgelöst zum Beispiel durch das Lesen von Vokabeln oder Karteikarten, werden zwischen Nervenzellen und Nervenfasern durch Kontaktstellen, die Synapsen, übertragen. Je häufiger ein Impuls auf die Nervenzellen und Nervenfasern wirkt, desto größer wird die Synapse, womit sich die Wirkung auf die jeweilige Nervenzelle erhöht.

Ein Beispiel zur Verdeutlichung kommt aus dem Sport: Um eure Sommerfigur zu bekommen reicht es nicht aus, nur einmal ins Fitnessstudio zu gehen, um eure Muskeln aufzubauen. Es gilt: Wiederholungen und Training sind alles. Genauso funktioniert es auch im Gehirn.
Regelmäßige Übung sorgt also für eine Veränderung des Gehirns. Wiederholt man bestimmte Bewegungen oder Thematiken, erkennt das Gehirn den Reiz, den diese Erfahrung ausgelöst hat und der davon ausgehende Impuls regt die Nervenzellen an.

Warum Wiederholen nicht die effektivste Lernstrategie ist

Aber Achtung - Wiederholen und Lesen allein ist nicht die effektivste Lernstrategie! Bestimmt erinnerst du dich noch an den Spruch von einem Lehrer aus deiner Schule: „Es reicht nicht etwas auswendig zu lernen; man muss es auch verstehen.“ Was zunächst altklug erscheint, ist wahr. Entscheidend ist, das zu Erlernende zu seinem „Eigenen“ zu machen. Das heißt, Lernen bedeutet nicht durch fünfmaliges Lesen eines Textes den Inhalt auswendig zu können. Auch Zusammenfassungen, die dem gleichen Wortlaut des Vorlagetextes entsprechen, bieten sich nicht zum effektiven Lernen an. Vielmehr muss der erlernte Inhalt transferiert werden, um sich den Input individuell anzueignen. Das kann durch Lernzettel, Zusammenfassungen, Karteikarten oder Eselsbrücken geschehen; die Methoden des Lernens sind unendlich und individuell.
So weit, so gut – aber woran liegt es, dass uns Lernen manchmal so schwer fällt?
Ein Faktor,der daran hindert, effektiv und flüssig zu Lernen ist das Vergessen von vermeintlich Erlerntem.

Woher kommt Vergesslichkeit?

Die häufigste Ursache dafür ist Stress. Stresshormone schädigen die Nervenzellen und schränken somit die Leistungsfähigkeit des Gehirns ein. Die Veränderung oder Verbindung der Nervenzellen und Nervenfasern kann also nicht mehr richtig funktionieren.
Eine weitere Ursache, die zu Vergesslichkeit führt, ist Ablenkung bei der Aufnahme von Informationen. Diese kann durch innere Einflüsse, zum Beispiel gedankliche Abwesenheit und fehlende Konzentration oder äußere Einflüsse wie Lärm oder das Smartphone entstehen.

Was kann man tun?

Wichtig ist, das Gehirn bei seiner Arbeit zu unterstützen. Das kann einerseits durch Bewegung, besonders an der frischen Luft oder durch gesunde Ernährung geschehen. Ein Rezept dafür findest du wie immer auf unsere Seite! Schau auch gerne mal in unserem Tipp des Monats nach, wie man Stress bewältigt und durch gezielte Entspannung den Lernerfolg optimieren kann.

Dein Azubifit®-Team!