www.azubifit.de: Fleischkonsum
12.09.2017 21:22 Alter: 72 days
Kategorie: News AZUBIFIT

Fleischkonsum

Früher war Fleisch etwas Besonderes und wurde nur am Sonntag aufgetischt, so dass diejenigen, die sich regelmäßig frische Fleischwaren leisten konnten als wohlhabend galten. Unsere jetzige Gesellschaft muss zum Glück auf nichts mehr verzichten. Allerdings führt das zu einem Schlaraffenland, in dem man zu jedem Zeitpunkt alles bekommen kann.


Wie viel Fleisch essen die Deutschen?

Mehr als 1kg Fleisch- und Wurstwaren verzehrt der durchschnittsdeutsche Mann pro Woche. Zum Vergleich entspricht dies etwa: 40 Scheiben Aufschnitt, fast 7 Bratwürsten oder 10 Burgerpatties. Nach Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung [DGE] und der Weltgesundheitsorganisation [WHO] sollten es jedoch nur 300 – 600g in der Woche sein. Deutsche Frauen liegen mit knapp 600g zwar an der oberen Grenze, beim Obst- und Gemüsekonsum liegen sie jedoch wie die Männer mit ca. 135g zwei Drittel unter dem gewünschten Wert von 400g pro Woche.

Was Fleisch "kann"

Fleisch enthält viele wichtige Nährstoffe wie Eisen, Zink und Selen sowie Vitamin A und B-Vi­tamine. Fleisch von Schwein und Rind ist dabei nährstoffreicher als Geflügel. Schweinefleisch zeichnet sich durch besonders hohe Gehalte an Vitamin B1 und B6 aus. Rindfleisch enthält die höchsten Eisen- und Zinkwerte und sehr viel Vitamin B12.

Aber Achtung:

Dass Fleisch, insbesondere verarbeitetes rotes Fleisch, nicht unbedingt zuträglich für die Gesundheit ist wissen viele. Die WHO hat 2015 hat sogar krebserregendes Potential festgestellt und Krankheiten wie Arteriosklerose, Adipositas und Co werden ebenfalls begünstigt. Hinzu kommt eine erhöhte Toleranz für wichtige Medikamente [Antibiotika], die Nutztiere über das Futter aufnehmen und wir mit dem Fleisch ebenfalls konsumieren. Gerade multiresistente Keime in Kliniken lassen sich so immer schwerer bekämpfen.

Noch mehr als nur Ernährung

Neben unserer Gesundheit spielt der Fleischkonsum auch für das Klima eine entscheidende Rolle. Durch Aufzucht, Verarbeitung, Transport und Verpackung werden extreme Mengen natürlicher Ressourcen wie Wasser verbraucht. Die wöchentlichen 1000g Fleisch des Durchschnittsdeutschen benötigen zum Beispiel 16.000 Liter Wasser, um letztlich auf unsere Teller zu gelangen. Hinzu kommen Treibhausgasemissionen, die einen deutlich größeren Anteil als bei pflanzlichen Lebensmitteln einnehmen [3:1]. Nutztiere sind demnach für 18% der weltweiten Traubhausemissionen verantwortlich, mehr als der alle Verkehrsteilnehmer zusammengenommen. Die Fläche, die der Nutztierhaltung dient steht in einem ähnlichen Verhältnis. Viele dieser Flächen müssen aufgrund der wachsenden Weltbevölkerung erst erschlossen werden, wodurch mitunter [Regen-]Wald abgeholzt werden muss, um Platz für Weideland zu schaffen.

Die Menge machts

Niemand möchte den Fleischkonsum gänzlich verbieten, da sich viele wertvolle Inhaltsstoffe darin befinden, die zu einer ausgewogenen Ernährung beitragen. Diesen Benefit bekommt ihr allerdings auch mit nur 300 – 600g pro Woche. Um den eigenen ökologischen Fußabdruck zu verringern, bietet es sich an regionale Produkte zu kaufen. Informiert euch, wo das Fleisch, das ihr kauft herkommt und macht euch ein Bild davon, wie lange es unterwegs gewesen ist. Es gibt eine Menge Alternativen Fleisch aus der Region direkt vom Bauern zu beziehen oder bei den Mahlzeiten hin und wieder auch auf vegetarische oder vegane Speisen zurückzugreifen. Mit einem bewussten Fleischkonsum verhindert ihr gesundheitliche Risiken und schont die Umwelt, aus der schließlich auch in Zukunft unsere Lebensmittel kommen werden.

Im Grunde eine Win-Win-Situation!