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20.07.2017 14:43 Alter: 32 days
Kategorie: News AZUBIFIT

Fehlende Aufmerksamkeit im Straßenverkehr durch Smartphone-Nutzung

Der Verkehrsaufkommen nimmt zu und wird immer rasanter. Gleichzeitig sinkt die Aufmerksamkeit im Straßenverkehr immer mehr. Das zeigen auch die steigenden Unfallzahlen in Deutschland. Forscher schätzen, dass Ablenkung die Ursache bei jedem dritten bis vierten Unfall ist.


Wer sich im Straßenverkehr beispielsweise durch Bedienung des Navigations-Systems, Essen, ein intensives Gespräch oder das Tippen am Handy ablenken lässt, geht ein großes Risiko ein. Die Nutzung von Smartphones im Straßenverkehr gilt dabei als eine der häufigsten Ablenkungen.

Kommunikationsbedürfnis während der Fahrt? Lieber eine Pause machen!

Menschen, die viel unterwegs sind, versuchen häufig ihr Kommunikationsbedürfnis während der Fahrt zu stillen. Es werden Mails und WhatsApp-Nachrichten geschrieben sowie Telefonate geführt. Doch weder ein LKW noch ein PKW lässt sich beim Verfassen einer Nachricht lenken. Besonders gefährlich wird es, wenn Telefonate negative Gefühle beim Fahrer auslösen, z. B. Trauer, Wut oder Enttäuschung. Denn die Unfallwahrscheinlichkeit erhöht sich um ein Vierfaches bis zu 10 Minuten nach dem Gespräch.

Auch wenn das Bedürfnis mit seinen Liebsten zu sprechen noch so groß ist, gilt es noch ein paar Minuten bis zur nächsten Abfahrt zu warten. Denn eine Pause bietet nicht nur die Möglichkeit Ihr Kommunikationsbedürfnis zu befriedigen, sondern gibt Ihnen auch neue Kraft für die weitere Fahrt. 

Smartphone während der Autofahrt nur für Autofahrer ab 60 Jahren entbehrlich

Im vergangenen Jahr hat die forsa Politik- und Sozialforschung GmbH eine Repräsentativumfrage im Auftrag des ACV und DVW zur Nutzung von Smartphones am Steuer durchgeführt. An der Studie nahmen 1509 Autofahrer teil, 959 Autofahrer/innen gaben an, das Smartphone zumindest hin und wieder zu benutzen. Die Befragten fühlen sich zu 20% sehr stark, zu 40% stark und zu 27% nicht so stark durch die Handy-Nutzung abgelenkt. 6% fühlen sich gar nicht stark abgelenkt und 7% können den Grad der Ablenkung nicht einschätzen. Zudem nutzen diejenigen das Handy häufiger, die sich nicht so stark und gar nicht abgelenkt fühlen.

Dabei zeigte sich auch, dass junge Autofahrer am meisten ihr Smartphone während der Fahrt nutzen. Aber auch über 80 % der unter 45-Jährigen greifen hin und wieder zum Smartphone. Das Smartphone scheint erst für Autofahrer ab 60 Jahren entbehrlich zu sein.

Im Stau oder an roten Ampeln greift mehr als jeder Zweite zum Smartphone

62% der Autofahrer nutzen ihr Smartphone im Stau und 56% bei roten Ampeln. Das scheint ein Resultat zu sein aus der Kombination von Zeitdruck gepaart mit Langeweile. In der heutigen schnelllebigen Welt weckt ein „Ping“ beim Erhalt einer neuen Nachricht, eine solche Neugier, das ein Abwarten nicht möglich zu sein scheint. Im fließenden Verkehr nutzen 17 % das Smartphone auf der Autobahn, 14 % bei Fahrten auf der Landstraße und 12 % im Stadtverkehr.

Fahrerassistenzsysteme sind kein Garant für eine sichere Fahrt

In der Automobil- und LKW-Branche werden immer mehr Lösungen für Fahrerassistenzsysteme entwickelt, die die Sicherheit erhöhen soll. Sicherlich übernehmen die Systeme [wie z. B. Abstandsradar, Tempomat, gute Navigation] hilfreiche und nutzvolle Funktionen, doch ein Garant für eine sichere Fahrt sind diese freilich nicht. Trotz neuster Technik darf auf die eigene Aufmerksamkeit im Straßenverkehr nicht verzichtet werden. Eins ist klar: Wer die Verantwortung für sein Fahrzeug der Technik teilweise oder komplett übergibt, verhält sich fahrlässig.

Unsere Aufmerksamkeitsspanne ist begrenzt. Auf das Wesentliche fokussieren!

Selbst unter optimalen Bedingungen [ausgeschlafen, kein Drogen-, Medikamenten- oder Alkoholeinfluss, etc.] nimmt unser Gehirn maximal neun Sachverhalte gleichzeitig auf. Im Straßenverkehr gilt es eine Fülle von Informationen aufzunehmen und zu verarbeiten. Wer dabei noch eine Nachricht am Smartphone liest, läuft Gefahr, dass das Gehirn vermeintlich unwichtiges im Straßenverkehr ausblendet. Das stellt eine normale Reaktion unseres  Gehirns auf das Überangebot an Informationen dar. Das routinierte Fahren gepaart mit optischen Momentaufnahmen gibt uns das Gefühl der Sicherheit und dass wir wissen was auf der Straße geschehen wird – doch sicher ist im Leben nichts. 

 

Quellen:
forsa Politik- und Sozialforschung GmbH eine Repräsentativumfrage
Arbeit & Gesundheit 6|2016 | Miriam Becker | DGUV